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Das erste Quartal war einem wichtigen Laufbahnlehrgang vorbehalten. So geschah sportlich nichts und auch Para-Ski musste ausfallen.

Mit der Beendigung meiner Ausbildung zum Offizier des militärfachlichen Dienstes musste ich meine „militärische Heimat“ - die Fallschirmjäger in Calw – und damit  auch unseren Calwer Club verlassen und trat meinen Dienst an der Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt /Obb. (Schongau) an.



Mit ca. 40 Trainingssprüngen starteten wir die Vorbereitung auf das neue Wettkampf-jahr. Dabei wurde auch die Bundeswehrmannschaft für 1973 ausgewählt, die sich dann zusammen setzte aus den Leutnanten Helmut Schlecht, Wilfried Huy und Alois Scherer, Hauptfeldwebel Eckhart Teschke und Oberfeldwebel Gert Weckbecker.

Helmut Schlecht startete in diesem Jahr seine Trainerlaufbahn als erster Trainer und Leiter der „Sportgruppe Heer – Fallschirmspringen“ und führte diese zu immer mehr Erfolg. Anfangs war er noch eine ganze Weile Wettkämpfer und Trainer



Die belgische Fallschirmjägerschule in Schaffen (Brabant) war vom 16. - 27. Mai 1973 – sehr früh in diesem Jahr – Austragungsort der Meisterschaft „Conseil international de sports militär“. 21 Nationen mit 103 Teilnehmern waren am Start.

Zitat aus den Schongauer Nachrichten vom 19.06.1973

Zu Beginn der Meisterschaft konnte bereits eine Klassifizierung der stärksten Mann-schaften und Einzelteilnehmer erfolgen. Für die Bundeswehrmannschaft galt es in erster Linie, ihre Position in der Nationenwertung zu halten. Mit Leutnant Scherer, dem Weltmeisterschaftsvierzehnten im Zielspringen, eröffneten sich allerdings Möglich-keiten in der Einzelwertung.

Bei Beginn der Wertungssprünge im Einzelzielspringen wurde Leutnant Scherer diesen Erwartungen voll gerecht und setzte sich mit zwei Null-Landungen an die Spitze des Feldes. In einem unglücklichen dritten Sprung – als solches muss ein Sprung von 56 cm in diesem starken Feld gewertet werden, gab Scherer den greifbaren Sieg – daran konnte die Tatsache einer weiteren Null-Landung im 4. Durch-gang nichts mehr ändern – an den Amerikaner Knight ab und belegte trotzdem noch einen guten 7. Platz.

In dem starken Feld der Zielspringer konnte nur noch Leutnant Huy mithalten. Zwar ohne die begehrten Null-Landungen in allen Durchgängen, aber mit sehr beständigen Leistungen (90 cm) sicherte er sich einen guten 10. Platz im Einzelzielspringen.“


Erfolgreich war diese Meisterschaft für die Mannschaft der Bundeswehr nicht, wenn sie auch die fünften Plätze im Gruppenzielspringen und in der Nationenwertung erreichen konnten.



Die Bayerische Meisterschaft Anfang Juni in Mühldorf war fest in den Händen des Luftsportring Süd e.V., denn die Angehörigen der Sportfördergruppe im Fallschirm-springen, mit Sitz in Altenstadt/Schongau, starteten alle für den Altenstadter Club.

Sechs Einzel-Zielsprünge und drei Gruppenzielsprünge konnten durchgeführt werden.

Ergebnis Einzelziel:

1.  Eckhard Tdeschke 37 cm
2. Helmut Schlecht 49 cm
3. Alois Scherer 85 cm

Ergebnis Gruppenzielspringen:

1.  Luftsportring Süd I   Schlecht, Scherer, Teschke, Erfurth
2. Luftsportring Süd II Rademacher, Melles, Bloss, Führer
3.  FSC Schweinfurt ?



Vor der Bayerischen Meistershaft waren wir beim internationalen Pokalspringen in Hüttersdof/Saar. Meinen 10. Platz im Einzelzielspringen und den 8. in der Gruppe muss man ebenso zu den Misserfolgen zählen, wie das Abschneiden beim inter-nationalen Pokal-springen in Graz-Thalerhof Anfang Juni. In der Gruppe wurden wir hier zwar wenigstens noch Fünfter. In der Einzelwertung wurde ich nach guten sieben Sprüngen und drei sehr schwachen auf den 30. Platz durchgereicht. Mit Höhen und Tiefen muss man als Sportler zu leben lernen und die Höhen kamen wieder rechtzeitig bei ...



Vom 5. bis 12.08. 1973 musste ich meinen Titel als Deutscher Meister im Zielspringen verteidigen. Erstmals ging es über das neue volle Weltmeisterschaftsprogramm von 10 Ziel- und 5 Stilsprüngen.

Für mich wurde diese Meisterschaft zu einem der Höhepunkte meiner Sportlaufbahn. Im Stilspringen fiel ich nicht zu weit zurück und ich eröffnete mir die Möglichkeit, mit einer starken Zielleistung auch den Titel Deutscher Meister im Fallschirmspringen (Kombination) zu gewinnen.

Uwe Beckmann, der Herausgeber der Fachzeitschrift „Der Sport-springer“, schrieb: Trickreiche Winde beim Zielspringen  Vier Sprünge wurden an diesem Tag (Anmerk.: Erster Zielsprungtag) absolviert und die Weichen für die Endwertung bereits entscheidend gestellt. Die Winde waren reichlich unberechenbar.
Nach den vier Sprüngen führte Titelverteidiger Alois Scherer mit einem Total von 17 Zentimetern vor Weckbecker (0,66 m), Siedschlag (0,81 m) Hartung (0,85 m) und Griese (0,86 m) ...

Scherer gewinnt souverän Ziel-Titel

Alois Scherer trat nach dem 5. Durchgang (Anmerk: 5. Sprung war 3 cm) nur noch auf die Nullscheibe und verteidigte seinen Titel eindeutig vor Gert Weckbecker (1,19 m)...
Scherers Sieg im Zielspringen brachte ihm auch gleichzeitig den Sieg in der Kombination, allerdings mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 3/1000 Punkten (die 3 cm Zielentfernung im Total bedeuten).

Ziemlich genau erinnere ich mich an die enorme Stress-belastung   in diesem Wettkampf. Im Stilspringen war ich Vierter. „Karle“ Kopp gewann das Stilspringen, war aber im Zielspringen noch zu uner-fahren, als dass er mir hätte gefährlich werden können. Helmut Thiele war Elfter im Stil und konnte auch mit guten Zielleistungen nichts mehr ausrichten. Der kleine Stilvorsprung von Horst Runge   würde meinem Bundeswehr-Kamraden wahrscheinlich nicht reichen und Werner Scherbaum`s Zeit war noch nicht reif; er revangierte sich aber im Folgejahr und nahm mir den Zielsprungtitel ab.

Allein „Pit“ Weckbecker war mein klarer Konkur-rent für die Kombination, aber auch nur dann, wenn er diesmal im Zielspringen „über sich hinauswachsen würde“. Ich sollte ihn eigentlich mit ziemlicher Sicherheit auf Abstand halten können. Aber Pit wuchs über sich hinaus, geizte mit dem Verschenken von Zentimetern und legte im letzten Sprung noch eine Nullandung vor. Ich musste beim letzten Sprung unbedingt eine Null nachsetzen. Es gelang mir und dann war mir auch der lang ersehnte, durch meine schlechtere Stilleistung aber kaum erreichbare Kombinationstitel sicher.

Meine Freude war jedenfalls unermesslich groß, wenn ich auch wusste, wie traurig mein Mannschafts-kamerad Pit sein würde, der sich bei dieser Meisterschaft ein drittes  mal mit dem 2. Platz begnügen musste.




Die Null war Pflicht beim letzten Zielsprung


Sieger-  ehrung  Zielspringen:  Gert Weckbecker, Alois   Scherer, Dr.Helmut Thiele

Werner Scherbaum stand in diesem Jahr noch im Hintergrund, im Folgejahr nahm er mir aber den Titel im Zielspringen ab.

  Siegerehrung Kombination


Die Deutschen   Meister



Eine Woche später ging´s schon weiter mit der nächsten Meister-prüfung in Schwenningen/Neckar vom 20.-22.08.2010.


... starteten für Bayern und wurden mit 5,46 Metern aus 24 Sprüngen überlegen Deutscher Meister vor der Saar mit Dr. Karl-Heinz Kopp, Dr. Hanshelmut Thiele, Werner Scherbaum und Jürgen Sommer mit 11,93 m. Die Mannschaft aus Schleswig-Holstein belegte den dritten Platz mit 20,61 m.



Am 23. und 24.08. schloss sich die erste Deutsche Meisterschaft im Formations-springen an. Hoher Favorit war hier die Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen mit Minstedt, Rast, de Meesters und Böttgenbach, die 14 Tage zuvor beim Weltcup in Fort Bragg / USA den beachtlichen 2. Platz belegen konnten.
Vor Baden-Württemberg wurden wir Deutscher Vizemeister.

Diese drei Augustwochen hatten es in sich! Drei Meistertitel und einmal Vizemeister. Das war doch was.



Abschluss der Schwenninger Fallschirm-Sprungwoche war ein internationales Pokal-springen mit 25 Mannschaften (100 Teilnehmer).

Wir starteten hier als Mannschaft der Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt und gewannen diesen Wettbewerb (2 Sprünge) mit 1,69 m vor der Saar mit 4,13 m und der holländischen Nationalmannschaft mit 4,75 m.


Beste Einzelspringer waren hier Eckhard Teschke und Dr. Karl-Heinz Kopp mit jeweils zwei Nullern. Helmut Schlecht wurde Sechster, Alois Scherer Neunter (14 und 39 cm) und Gerd Weckbecker Zehnter.


Der Zielsprung war mit den Rundkappen-Hochleistungs-Schirmen technisch und sportlich völlig anders als später und heute mit den Flächenfall- schirmen.  Der Zielanflug etrfolgte nur "mit dem Wind" und nur selten "stand" man vor der Landung über der Null. Meist waren sogenannte Layouts notwendig, die dann auch mit wesentlich härteren Landungen verbunden waren. Ein "ruhiges Fußsetzen" war meist nicht möglich.

Der Schub des Schirmes betrug 4-5 m/s. Auch damals wurde bis zu einer maximalen Windstärke von 7m/s gesprungen. Beim Zielanflug mit Wind kam man bei "halb gebremstem" Schub mit etwa 3 m/s bei Windstille, mit 6 m/s bei mittlerem Wind und 10 und mehr m/s bei starkem Wind über der Null an.

So war die damalige Größe der Zielsprungscheibe mit 10 cm Durchmesser voll gerechtfertigt.



Damals Jugoslawien, heute Slowenien: Der exklusive Badeort Portoroz. Vom 01. - 09.09. nahmen Klaus Zeisluft, Alois Scherer, Gerd Weckbecker und Eckhard Teschke (Reihenfolge entspricht dem folgenden Foto) als Mannschaft der Bundes-republik Deutschland an diesem Wettbewerb teil. 15 Mannschaften aus 10 Nationen bestrit-ten den Wettkampf. Es gab verschiedene Disziplinen: Stabübergabe mit anschließendem Zielsprung (2 Sprünge), Gruppenziel 1.500 m (3),  Gruppenziel   1.000 m (3), Wasserspringen + Schwimmen (1).


Wir wurden Dritter im Bewerb Stabübergabe + Ziel, Sechster im Ziel-springen aus 1.000 m und 1.500 m, Vierter aus allen acht Sprüngen und Fünfter in der Gesamt-Mannschaftswertung.

Unsere Einzelwertungen: 12. Scherer, 15. Teschke, 17. Zeisluft, 40. Weckbecker

  Siegerehrung Stabübergabe + Zielsprung   
                Wir wurden   3. hinter UdSSR
(Union der
Sozialistischen
Sowjet-
republiken)
und USA


                v.l.:        Klaus   Zeisluft,   Alois   Scherer,   Gert Weckbecker, Eckhard Teschke

Das Wasserspringen war ein reiner Schwimmwettbewerb. Zwei Zielbojen lagen in der Adria, eine rote und zwanzig Meter entfernt davon eine blaue. Nach oder bei der Lan-dung musste man zuerst die rote berühren und dann zur weißen schwimmen. Jede Sekunde entsprach 1 Mater (!!!) im Zielspringen und so konnte es nicht ausbleiben, dass die Mannschaftswertung nicht die besten Zielspringer, sondern die besten Schwimmer gewannen. Ein einziger Wassersprung bzw. die Schwimmleistung danach fiel weitaus schwerer ins Gewicht als alle acht Zielsprünge zusammen. Die Mann-schaftswertung wurde dadurch zur Farce.

Beim abschließenden Schauspringen brachte die Mannschaft der Sowjetunion eine spektakuläre Darbietung.             Vier Springer an einem Schirm: Ossipov steuert den Fallschirm, Maschtschenko, Ouchmaev und Gurnij (alle hochdekoriert bei Weltmeisterschaften) turnen am Trapez.                                                  Grauenhaft war die Schiedsrichterleistung.        Nicht nur wir, sondern auch die Amerikaner, Polen und Jugosla-wen waren erbost. Vor Beginn des dritten Zielbewerbs beschwerte ich mich als Mann-schaftsführer beim jugoslawi-schen Chefschiedsrichter, der das Geschehen aufrichtig bedauerte und sich für eine Besserung einsetzen wollte,  Was war geschehen?  Beim „Stecken“ der Zielentfernung war der sowjetische Schiedsrichter meist der Erste. Bei den eigenen Springern – so schien es – rief er schon „Nulla“ bevor der Springer die Scheibe berührte. Im zweiten Durchgang wurden bei Weckbecker und Scherer z.B. statt 2-5 cm 10-27 cm gesteckt. Zeisluft´s klare Null wurde erst nach heftiger Diskussion gegeben und Teschke´s Ausrutscher wurde  um 15 cm schlechter bei 52 cm markiert. Und im dritten Durchgang sollte es noch schlimmer kommen. Scherer erhielt für höchstens       5 cm stattliche 21 cm, Weckbecker für eine Null sogar 23 cm, Teschke statt 3 cm 18 cm und auch Zeisluft wurde bei seinem Ausrutscher von 60 cm ebenfalls um gut 15 cm benachteiligt.

Und eines ist klar: Solch deutliche Falschmessungen kann der Springer immer richtig beurteilen.

Aber so war damals der „Ost-Wett-Kampf“ auch im Sport!

Den „großen Nationen“ und besonders dem Ostblock ging Prestige-Gewinn über alles. Die Ostländer – der Sowjetunion hörig – stimmten immer einstimmig, die Westländer – unter einander uneinig – konnten sich nicht durchsetzen.



39 Mannschaften aus sechs Nationen trafen am 20. und 21. Oktober in Locarno aufeinander, um zum fünften Mal diesen seit 1969 jährlich ausgetragenen Zielsprung-wettbewerb zu bestreiten. Die Westeuropäische Spitze traf sich zum Saisonausklang und kämpfte um den begehrten Wanderpokal, eine überdimensionale Kuhglocke aus schweizer Gefilden.

Nach sechs Durchgängen gewann die Mannschaft der Luftlandeschule mit Scherer, Schlecht und Teschke den Pokal vor dem Aero-Club Beromünster und der Saar mit Dr. Thiele, Bay und Dr. Kopp. 

Die Einzelwertung entschied   Edi Bay/Saar mit 9 cm  für sich, gefolgt von Alois Scherer mit  18 cm und Eckhatrd Teschke mit    22 cm.

  



dann auch mit zahlreichen Ehrungen verbunden.   Hier Ehrung durch Bürgermeister von Altenstadt,

Ehrung an der LL-/LTS durch den Schul-kommandeur

Übermittlung der Ehrung durch den Inspekteur des Heeres der Bundeswehr.


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