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Pfronten im Allgäu war vom 18.-22.01. der Austragungsort der 5. Deutschen Fallschirm-Ski-Meisterschaft.     Der Riesentorlauf und das alpine Zielspringen fanden auf dem Breitenberg, die Talsprünge vor dem Hotel in Pfronten statt. Deutscher Meister wurde Alois Riesenbeck vor Wolfgang Hild und Florian Baedeker.
Nur zwei der sieben gesprungenen Durchgänge konnten im alpinen Gelände durch- geführt werden.

Zitat aus dem Aerokurier 3/75:
"Alois Scherer gewann nicht nur souverän den Zielsprung-   titel mit sieben   Null-Landungen      in sieben Durchgängen, sondern stellte auch noch seinen eigenen Deut-  schen Rekord im Zielspringen ein.   Mit weiteren Sprüngen, die eigens für ihn arrangiert wurden, setzte er die Rekordmarke auf neun Null-Punktlandungen und verfehlte im zehnten Sprung um      3 cm ...
Unter den 38 Teilnehmern trat Scherer unangefochten eine Null nach der anderen. Seine Verfolger hatten keine Chance."




Die Fallschirm-Ski-Nationalmannschaft 1975 v.l.: Aloys Riesenbeck, Wolfgang Hild, Florian Bedeker, Eugen Melles, Alois Scherer, Dr. Georg Ritter

                                                              Und das war                schon ein
besonder
Rekord in der
damaligen Zeit
mit dem
Rundkappen-
Hochleistungs-
Fallschirm
"Para-Commander"
gesprungen.

Alois Scherer bei einem der Rekord- sprünge



Als am 1. Februar 1975 der Präsident des Italienischen Aeroklubs den Weltcup eröff-nete, hatten die Wettkämpfer bereits einen anstrengenden Abend hinter sich. Im Hotel „La Perla“ gab es nämlich einen Eröffnungsabend, der nicht nur alte Freundschaften wieder aufleben ließ und neue knüpfte, sondern auch an den Magen der Teilnehmer einige Anforderungen stellte. Die zahlreichen Hoteliers aus Corvara in der italienischen Mannschaft machten die besonderen Empfänge möglich.

17 Mannschaften aus 11 Nationen kämpften vom 01.-08.02. um diesen Kombinations- sieg, mit dessen Ausgang wir nichts zu tun hatten.

Im Zielspringen belegten wir als Mannschaft den 4. Platz. In der Einzelwertung hatte ich das Pech, dass mein beim ersten Bergsprung mit einer Schiedsrichterentschei-dung von 2:1 Stimmen mein Landepunkt falsch gemessen wurde („Hintern“ statt Fuß nach einem langen Layout). Statt ca. 15 cm gaben mir die Schiedsrichter 1,06 m und nahmen mir den möglichen Sieg. Durch folgende drei Null-Sprünge kam ich hinter Hinter Rico Deutsch/Österreich 0,67 m und Francois/Frankreich 0,93 m noch auf den 3. Platz. Ein schwacher Trost.


V.l. Florian Baedeker, Wolfgang Hild.
hinten   Aloys Riesenbeck, Dr. Georg Ritter,  Eugen Melles,
hinten    Alois Scherer,
rechts     (von hinten) Wilfried Huy

  Siegerehrung
Zielspringen:
1. Deutsch/  Österreich
2, Francois/ Frankr.
3. Scherer

Besonders verwerflich empfand ich die Reaktion des österreichischen Chef- Schiedsrichters, der zunächst richtig „markierte“, den Zielmarker aber ohne Kommentar entfernte, als die beiden anderen Schiedsrichter den falschen Landepunkt steckten. Mit hämischen Bemerkungen in seinem Bericht im Magazin Sportspringer disqualifizierte er sich letztlich selbst, während meine österreichischen Kameraden Riko Deutsch und Manfred Pollak aus ehrlichem Herzen mein Missgeschick bedauerten, nach der Siegerehrung „einen ausgaben“ und auf den „Geheimsieger“, wie Riko es nannte, anstießen.


Zusammen mit Eugen Melles blieb ich noch eine Woche zum „Ski-Urlaub“  in Corvara.
Willi Costamoling aus der italienischen Mannschaft war erfahrener Drachenflieger und wies uns in diese Sportart ein. Auf Skiern wurde gestartet und dann ging`s in geringer Höhe mit einem Satz von etwa 100 – 200 Meter über eine größere Mulde hinweg. Ds war ein "Drachen-Schnupperflug".



Fast 100 Trainingssprünge machten wir bis Juni ´75. Mitte Mai hatte ich mir bei einem Schausprung ins Augsburger Rosenaustadion einen Sehnenriss der Achillessehne zugezogen, bekam zwei Wochen einen Gipsverband und konnte nicht am alljährli- chen internationalen Springen der belgischen Fallschirmjägerschule teilnehmen.   Mitte Juni zur Deutschen Meisterschaft im Gruppenzielspringen vom 18.-22.06. in Gelnhausen/Hessen war wieder alles klar. Zwei meiner Sprünge waren aber unbefrie-digend (78 und 121 cm), das konnten auch drei Nuller nicht herausreißen.

Unsere Bundeswehr-mannschaft I mit Teschke, Nadolny, Riesenbeck und Scherer wurde Deutscher Vizemeister hinter Baden- Württemberg III. (Bay, Viesel, Zeisluft, Ullrich) und vor Bundeswehr II (Weckbecker, Fischbach, Brinkmann, Marx).

Beim Zielanflug, Schiedsrichter Walter Eichorn



Nicht erfolgreich war unsere Teilnahme an diesem Wettbewerb vom 03. - 13.07.1975. Auch vordere Plätze wie Erster im Formations-springen, Sechster im Gruppenziel,   10. und 13. in Ziel, Stil und Kombination können das schwache Ergebnis insgesamt nicht verbessern.

Oberst Schreg, unser Delegations-chef, bereitet sich vor auf seinen ersten manuellen Sprung, zu dem wir ihn „überredet“ hatten.
Helmut Schlecht und Alois Scherer "reden ihm nochmal gut zu" und geben letzte Einweisungen.

Die Besatzungen der beiden Bundeswehr-Hubschrauber Bell UH1D inmitten unserer Mannschaft

Und zwei Anmerkungen:

In den Zeiten des Ost-West-Konfliktes stand Österreich als neutrales Land buchstäblich "zwischen den Fronten". Die Bundeswehr hatte z.B. die Mannschaft des Österreichischen Bundesheeres eingeladen, zusammen mit unserer Mannschaft zur CISM-Meisterschaft (Militär-Weltmeisterschaft) 1968 nach Spanien zu fliegen. Kurz zuvor war der Aufstand in der Tschechoslowakei. Österreich wollte die Neutralität waren und so mussten die Österreicher in einer 24-Stunden-Bahnfahrt anreisen.

Unsere beiden bundesdeutschen Hubschrauber waren 1975 die ersten, die  "in Österreich eindrangen". Am Flughafen in Graz/Thalerhof wurden wir jedenfalls von der Gendarmerie empfangen und "festgesetzt". Die Information zwischen den Behörden hatte offensichtlich nicht geklappt und am Flughafen war nicht bekannt, dass die Bundeswehr den Süd-Ost-Paracup durch die kostenlose Gestellung von zwei Hubchraubern unterstützte.



Vom 17. - 27. 07. 1975 war die französische Fallschirmjägerschule in PAU/Südfrank- reich Gastgeber für 22 Nationen mit 107 Wettkämpfern.
Mit ihrem bisher größten Erfolg kam die Mannschaft der Bundeswehr im Fallschirm- sportspringen von der diesjährigen CISM-Meisterschaft zurück.

Vor Frankreich und Italien wurden wir Militärwelt-meister im Gruppenziel-springen und erreichten die Bronze-medaille in der Mannschafts-Gesamt-wertung.

Die Mannschaft der Bundeswehr, durch intensives Training und zielstrebigen Nachwuchsaufbau deutlich stärker geworden, setzte sich zusammen aus                    Lt. Alois Scherer,          HptFw. Eckhard Teschke,  Ofw. Werner Nadolny,        Ofw. Aloys Riesenbeck und Fw. Hans-Helmut Herold.    Olt. Helmut Schlecht, unser Trainer der Sportgruppe Heer Fallschirmspringen, war als Schiedsrichter eingesetzt,  Ofw. Gert Weckbecker war Mannschaftsführer.

         Scherer, Herold, Teschke, Nadolny, Riesenbeck

Alois Scherer          und              Hans-Helmut "Hamster" Herold

Werner                 Nadolny

Aloys Riesenbeck

Eckhard Teschke

Die Meister-urkunde

Beim Einmarsch



In Hüttersdorf/Saar wurde die Meisterschaft der klassischen Disziplinen Ziel / Stil / Kombination ausgetragen. Eckard Teschke berichtete im Deutschen Aero-Kurier:

Mit Tricks und Glück ins Ziel
Vielen Fallschirmspringern ist der zu guter Tradition gewordene Fallschirmsportwettkampf an der Saar in bester Erinnerung. Nimmt man allerdings den Sprungplatz in Hüttersdorf als Einzelfaktor, so bleibt von gut und schön nichts mehr übrig. Dieser Sprungplatz ist selbst für ´Experten` kein Platz, um auch nur annähernd einen Leistungsvergleich durchzuführen.

Dass auf diesem ´trickreichen` Sprungplatz die Deutschen Einzelmeisterschaften durchgeführt wurden, hat bei vielen Teilnehmern kein gutes Gefühl hinterlassen. Über weite Strecken des Zielsprungwettbewerbs sah es so aus, als ob nicht technisches Können und körperliche Fitneß die Entscheidung über Sieg und Niederlage bringen würden, sondern einzig und allein eine enorme Portion Glück.

Sicherlich hat sich im Endeffekt wieder die alte Garde durchgesetzt, gute junge Springer ... hatten nur geringe Chancen, den Sprung nach vorn zu schaffen. Nicht, dass die Alten zu gut und die Jungen zu schlecht gewesen wären – allein die Anpassung an die Platzverhältnisse und ein hohes Maß auch an unkonventioneller Technik waren für Sieg und Plazierung mit erforderlich...

Von Glück konnten die Teilnehmer sprechen, die in der Auslosung der Sprungreihen-folge die relativ ruhigen Morgenstunden erwischt hatten. Der Zielsprungwettbewerb wurde fast täglich ab 9.30 Uhr wegen starker Hitzewinde abgebrochen...

Der Versuch von Wettbewerbsleister Dressler, bereits um 6 Uhr mit dem Zielspringen zu beginnen, stellte sich zumindest für die Teilnehmer als ´Kuckucksei` heraus. Mit hervorragenden Verhältnissen am Boden waren die Forderungen des Code Sportif zwar erfüllt, ab 30 bis 50 m Höhe aufwärts aber war der Wind in ungeschwächter Stärke vorhanden. Der Abbruch kam abrupt, die meisten Springer scheiterten an diesen nur schwer kalkulierbaren Verhältnissen...

In der National-mannschaft hielt sich außer Scherbaum (2.) und Scherer (3.) keiner der ´Altbekannten` Erfreulich ist, dass in der Zusammen-stellung Riesenbeck, Scherer, Herold, Teschke    vier Springer die Möglichkeit haben, ständig gemeinsam zu trainieren...“

Siegerehrung Kombination 1. Riesenbeck, 2. Scherbaum, 3. Scherer







Im               5. Zielsprung hatte es   mich mit   4,69 m    böse  erwischt!



Vom 30.08. - 01.09.1975 waren wir beim Fall-schirmwebewerb der amerikanischen Streit-kräfte in Bad Tölz – dem traditionellen „Herbst-fest“  und konnten uns gegen starke interna-tionale Konkurrenz durchsetzen.
Mit 22 Mannschaften aus mehreren europäi-schen Ländern und rund 100 Teilnehmern hat dieser Wettbeerb seinen bisher größten Teilneh-merkreis aufgezeigt. Das deutsche Kontingent, gestellt durch die Luft-lande- und Lufttrans-portschule aus Alten-stadt lieferte sich gegen-seitig den interessante-sten Wettkampf.
Die 2. Mannschaft der LL/LTS schaffte es, ihren Kameraden aus der 1. Mannschaft fast den Rang abzulaufen. Der amtierende Militär-Weltmeister im Gruppenzielspringen wurde hinter Italien zweiter Sieger und schaffte es erst im siebten und letzten Durchgang, die 2. Mannschaft auf den dritten Platz zu verweisen.
Im Einzelziel war ich mit dem 15. Platz nicht erfolgreich. Fünf Nuller konnten den ersten schlechten Sprung von 2,31 m nicht mehr wettmachen.



Zum Jahresausklang stand am 25. und 26. Oktober wieder der traditionelle Wettbeerb im schweizerischen Tessin heran. 1973 hatten wir den Wanderpreis, eine überdimen- sionale Kuhglocke gewonnen, 1974 fiel der Wettbewerb aus und jetzt mussten wir den Wanderpreis verteidigen.
Der Wettbewerb in Locarno, der den Abschluss der großen internationalen Wettbe- werbe in Europa darstellt, vereinigt zum Saisonausklang Spitzenmannschaften vor- nehmlich aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien. Ersmals wurde der Wettbeerb für Vierermannschaften ausgetragen.
Bei besten herbstlichen Tessiner Wetterbedingungen gingen 20 Mannschaften mit 80 Teilnehmern an den Start. Eine Besonderheit bei diesem hervorragend organisierten und durchgeführten Wettbewerb stellte allerdings eine technische Neuerung dar, die bislang nur bei den Weltmeisterschaften 1974 in Ungarn, dort aber technisch nicht ausgereift, eingesetzt war: die Zielergebnisse wurden bis 15 cm elektronisch gemessen.

Unsere Mannschaft mit Eckhard Teschke, Aloys Riesenbeck, Sigi Albrecht und Alois Scherer setzte sich sofort an die Spitze und verteidigte den Wanderpokal erfolgreich über 6 Durchgänge.

Die Gesamtentfernung von 1,75 m bei 24 Sprüngen konnte sich sehen lassen. Auf dem 2. und dem 3. Platz folgten die beiden Mannschaften aus Locarno mit 3,85 bzw. 6,31 m. Unsere Mannschaft Bundeswehr II belegte den 4. Platz.

Die Einzelwertung gewann Urs Frischknecht/Schweiz mit 2 cm vor Alois Scherer mit 4 cm. Dritter mit schon deutlichem Abstand wurde Sigi Albrecht (22 cm), Vierter Alois Riesenbeck (31 cm) – alle Bundeswehr I gefolgt von Dr. Karl-Heinz Kopp/Schwenningen mit 33 cm.

       Bildmitte    v.l.:  Bundesehr I   mit     Eckhard Teschke,   Alois     Scherer  (hinten)     und        Aloys Riesenbeck. Siegfried Albrecht (vorne)


Und noch ein Paar Fotos, die zum Jahr 1975 gehören:

Die Ausbilder
des "Freifall-Hörsaales"
an der LL/LTZS:
OFw. Gert Weckbecker
OLt. Alois Scherer
HFw. Eckhard Teschke
Ofw. "Hamster" Herold


Und zu Ehren von
Franz-Josef-Strauß
sprangen wir zu dessen
65. Geburtstag mit
10 Mann auf den Hohen-
Peißenberg.


Sommer 1975.         Ein Sechserstern über Ussenburg

Das Formations-springen
steckte noch in den
Kinder-schuhen.
So waren solche Sprünge
besonders für uns Springer
der klasssischen Disziplinen
etwas Besonderes.

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